Vorschau zum Buch
"Eva Schwenk:
Fehldiagnose Rechtsstaat"

Umschlag

Über dieses Buch

Die Wahrheit über unsere Gesellschaft erfahren wir dort, wo Menschen auf verantwortliches Handeln angewiesen sind. Zum Beispiel in der Psychiatrie. Was treiben Politik, Ärzteschaft und Justiz mit Menschen, die psychisch leiden, die angeblich selbst nicht wissen, was sie tun? Es ist längst an der Zeit, davon zu erfahren; weil ein Rechtsstaat keiner ist, wenn seine Gesetze nicht für alle gelten. Das Buch dokumentiert Verbrechen an psychiatrischen Patienten, begangen aufgrund einer unwissenschaftlichen Diagnostik. Wo Psychiatrie und gesellschaftliche Strukturen aufeinander treffen, deckt es auf, welche primitiven und daher unglaublichen Mechanismen diese Verbrechen ermöglichen. Auf erschreckende Weise wird dem Leser das allgemeine Verständnis von psychischem Erleben ebenso klar, wie die Notwendigkeit einer Erarbeitung von Kontrollkriterien für die psychiatrische Praxis.

Die Autorin ist Diplom-Psychologin. Durch ihre Tätigkeit als gerichtliche Betreuerin psychiatrischer Patienten hat sie von Menschenrechtsverletzungen in einer psychiatrischen Klinik erfahren, sie dokumentiert und bei der zuständigen Aufsichtsbehörde eine Untersuchung eingefordert, die niemals stattgefunden hat.

Aus dem Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1 Michael Sch., ein angeblich schizophrener Mörder, ist in Wahrheit gesund
2 Klaus-Dieter W., ein angeblich gefährlicher Straftäter, ist in Wahrheit durch seine Ärzte gefährdet
3 Die Vergewaltigung der Margit S.
4 Die Kontrolle von Psychiatern durch Ärzte. Wie im Fall Andreas L. versucht wird, die falsche Diagnose zu decken
5 Die Kontrolle von Psychiatern durch Gerichte. Im Fall Hans-Willi L. werden die auf einer falschen Diagnose begründeten Zwangsmaßnahmen legalisiert
6 Die Kontrolle von Psychiatern durch Krankenkassen. Den als Behandlungsfehler gemeldeten Fall Doris J. beurteilt ein Chirurg
7 Wie sich die psychiatrische Klinik gegen eine Psychologin wehrt, die ihr nicht willfährig ist
8 Die Aufsichtsbehörde, der Tod des 5-jährigen Lukas G. und die Staatskanzlei
9 Die Kündigung der Psychologin und Reaktionen Betroffener
10 Das Urteil im Kündigungsprozess, seine Bedeutung für die Interessenvertretung Betroffener und die Rolle der Staatskanzlei
11 Wie der Petitionsausschuss, der Bürgerbeauftragte und die Staatskanzlei die Vorwürfe gegen die Klinik bearbeiten
12 Eine Unterlassungsklage und die Betrachtung eines zweijährigen Klinikaufenthaltes einer Patientin
13 Falsche Diagnosen - Irrtum, Unvermögen, Willkür? Die Karriere eines Briefträgers und ein Leserbrief des Ärztlichen Direktors
14 Patientenrechte und ihre Einschränkungen
15 Das merkwürdige Urteil in der Unterlassungsklage, oder wie die Klinik gegenüber der Psychologin und gleichzeitig die Psychologin gegen die Klinik gewinnen kann
16 Ein offener Brief im Internet
17 In einem Radiointerview erzählt der Psychiatriereferent, wie die Aufsichtsbehörde die Vorwürfe gegen die Klinik untersucht hat
18 Reaktionen gesellschaftlich verantwortlicher Mitbürger
19 Die Antwort des Bundeskanzleramtes, die Psychiatrie-Reform und der Plan des Ärztlichen Direktors
20 Reaktionen der Medien
21 Die jahrelange Ohnmacht des Uwe H. und seine Strafanzeige gegen die Klinik
22 Grundrechte und die Meinung des Ärztlichen Direktors
23 Wie der Sozialminister die paradiesischen Zustände in der Klinik erklärt
24 Die rechtlichen Vorteile eines Straftäters gegenüber der 73-jährigen Christel Sch.
25 Die rührende Geschichte eines Kindes
26 Endlose Geschichten des Elends
27 Ein Facharzt klärt auf
28 Wie das Falsche zur Regel und das Richtige zum Zufall werden kann
29 "Lebendig begraben". Von Christian Röhrig
30 Dokumente

Einleitung

Wenn man krank ist und zum Arzt geht, werden einem in der Regel Medikamente verschrieben, die zur Behandlung der diagnostizierten Erkrankung entwickelt worden sind. In der Psychiatrie ist das anders, denn Psychiater gehen umgekehrt vor. Sie diagnostizieren die Erkrankung, für die es Psychopharmaka gibt. Das heißt: Wenn man Bauchschmerzen hat, trinkt man Kamillentee. In der Psychiatrie bekommt man Kamillentee und hat deshalb Bauchschmerzen zu haben.

"Lächerlich, blödsinnig, irre ..." wären Beschreibungen, die einem einfallen würden, wenn es sich um Kamillentee und Bauchschmerzen handeln würde. In der Psychiatrie geht es aber um Medikamente, die in den Hirnstoffwechsel eingreifen, und um die schweren geistig-seelischen Störungen, die Psychosen. Patienten haben eine Psychose zu haben, weil man diese medikamentieren darf. "Unglaublich, verbrecherisch, gefährlich, nicht auszudenken ..." wären Beschreibungen, die einem einfallen würden, wenn dem wirklich so wäre. Doch so kann es nicht sein. Warum sollte es auch so sein. Es würde jemandem auffallen. Psychiatrie ist öffentlich. Dort gehen Angehörige und Freunde der Kranken ein und aus, Richter, gesetzliche Betreuer, Seelsorger, Rechtsanwälte, Politiker in Besuchskommissionen, und, und, und.

Das Buch beschreibt die unglaubliche Praxis einer psychiatrischen Klinik, eine unglaubliche Rechtsprechung, ein unglaubliches Handeln politisch Verantwortlicher und das Totschweigen all dessen durch die Medien.

Eva Schwenk: Fehldiagnose Rechtsstaat

Die ungezählten Psychiatrieopfer
ISBN 3-8334-1526-6
221 Seiten, 13,40 EUR
Das Buch ist bei Online-Buchhändlern und im Buchhandel vor Ort erhältlich